Das Handlungsfeld Energie- und Wärmewende wird als Schlüsselfeld im Klimaschutz identifiziert. Denn nach Berechnungen des Umweltbundesamtes entfallen rund 39 Prozent der energiebedingten Emissionen auf die Energiewirtschaft. Unter Energiewirtschaft versteht man die Erzeugung von Strom und Wärme. Erfreulich ist, dass der Trend seit 1990 aufgrund des stetigen Ausbaus der erneuerbaren Energien und der Effizienzsteigerung im technischen Bereich rückläufig ist. Die zunehmende Elektrifizierung zeigt aber auch, dass wir immer mehr Strom brauchen werden. Es gilt also einerseits Einsparpotenziale zu identifizieren und andererseits Möglichkeiten zu finden, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien hier vor Ort in der Region gefördert werden kann, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren und damit Abhängigkeiten von Preisschwankungen zu lösen und gleichzeitig eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
Die Gemeinde versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Entwicklungen zu unterstützen und zu fördern.
Infobox: Energiebedingte Emissionen sind Treibhausgase und Luftschadstoffe, die bei der Umwandlung von Energieträgern in elektrische oder thermische Energie freigesetzt werden. In Deutschland machten sie im Jahr 2021 etwa 85 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen aus. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Umweltbundesamts.
Der KWP ist ein strategisches Planungsinstrument und als Potenzialplanung zu verstehen. Ziel ist es, eine langfristige und nachhaltige Wärmeversorgung zu planen, um die Erreichung der Klimaneutralität voranzutreiben und gleichzeitig Transparenz und Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Investoren zu schaffen. Als zentrales Gestaltungsinstrument der Energie- und Wärmewende ist er daher für große kreisangehörige Städte und Stadtkreise (mit mehr als 20.000 Einwohnern) bereits verpflichtend. Kleinere Kommunen können freiwillig teilnehmen oder regionale Kooperationen eingehen. Rechtsgrundlage ist das Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW). So haben wir uns als Gemeinde auch dazu entschlossen, in Kooperation mit den Nachbargemeinden Denkendorf und Wolfschlugen dieses Projekt voranzutreiben.
Hier finden Sie weitere Informationen zum aktuellen Stand des Projektes.
Die Versorgung mit Wärme gehört zu den Grundbedürfnissen eines jeden Haushalts. Doch in Zeiten des Klimawandels und zunehmend instabiler internationaler Verflechtungen stellt sich die Frage, wie wir diese Wärme in Zukunft erzeugen und zuverlässig beziehen können. Auch in unserer Gemeinde stellt sich die Frage, wie wir eine nachhaltige, klimafreundliche und zukunftsorientierte Wärmeversorgung gestalten können. Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig, durch eine flächendeckende und strategische Betrachtung herauszufinden, welche Potenziale wir in welchen Bereichen des Gemeindegebietes haben, um Wärme zu erzeugen und gleichzeitig welchen Bedarf wir als Gemeinde haben. Das hilft Ihnen als Bürgerinnen und Bürger später bei Ihren konkreten Überlegungen zur Wärmeversorgung. Es schafft Transparenz und eine klare Richtung. Auf der anderen Seite kann es helfen, über die Planung Investoren zu gewinnen, die möglicherweise dort ein Wärmenetz bauen, wo es sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar ist. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die kommunale Wärmeplanung nicht mit der Planung eines Wärmenetzes gleichzusetzen ist. Da sie auf einer übergeordneten Ebene angesiedelt ist, hat sie lediglich die Möglichkeit, Potenziale und Bedarfe zu erheben und diese in einer Planung zusammenzuführen, um aufzuzeigen, wie die Wärmeversorgung der Zukunft aussehen könnte. Sie versucht damit die Planungssicherheit für alle öffentlichen und privaten Investitionen zu erhöhen. Sie kann dies jedoch nicht garantieren.
Das Projekt besteht aus vier Hauptschritten. Am Anfang steht eine umfassende Analyse des aktuellen Wärmebedarfs. In dieser Phase werden umfangreiche Daten erhoben und aufbereitet. Anschließend wird eine Potenzialanalyse durchgeführt, um Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien, Abwärme und Energieeinsparungen zu identifizieren. Auf Basis dieser Daten entwickelt die Kommune eine Strategie, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung schrittweise umgesetzt werden kann, wobei auch der Ausbau von Wärmenetzen berücksichtigt wird. Aber auch andere Maßnahmen, wie zum Beispiel Sanierungsgebiete festlegen, werden hier berücksichtigt und integriert. Abschließend wird ein konkreter Umsetzungsplan erstellt, der Maßnahmen priorisiert und Zeithorizonte festlegt. Weitere Informationen sind der Abbildung zu entnehmen. Über den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung im Konvoi werden wir Sie sobald Ergebnisse vorliegen informieren.
Das Wissen über die lokalen Gegebenheiten haben nur wir gemeinsam. Daher ist die Einbindung und Beteiligung der Bürger, der lokalen Unternehmen und anderen ein wesentliches Element. Derzeit sind zwei Bürgerveranstaltungen pro Gemeinde vorgesehen. Über die Veranstaltungen und weitere Beteiligungsmöglichkeiten werden Sie über das Mitteilungsblatt und die Internetseite informiert.
Für Ihre persönliche Heizungsplanung bedeutet dies, dass derzeit keine gesicherten Aussagen über zukünftige Wärmenetze oder die mögliche Einbindung Ihrer Immobilie getroffen werden können. Wir empfehlen Ihnen, sich bei der Planung einer Heizungsumstellung vor allem an den gesetzlichen Vorgaben und Ihren individuellen Bedürfnissen zu orientieren. Informieren Sie sich über Heiztechnologien und nutzen Sie Fördermöglichkeiten. Wenn Sie dazu weitere Beratung wünschen, steht Ihnen die kostenlose Energieberatung der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale zur Verfügung.
Denkendorf, Neuhausen und Wolfschlugen starteten mit Beginn des Jahres 2025 in enger Zusammenarbeit mit dem Büro energielenker die Kommunale Wärmeplanung (KWP).
Zunächst war der Fokus auf die Bestandsanalyse und die Erhebung des Wärmebedarfs gerichtet. Die KWP hilft dabei zu klären, wo eine zentrale Wärmeversorgung möglich ist oder wo sie weniger sinnvoll erscheint, zum Beispiel bei ungünstiger Topografie oder geringer Wärmebedarfsdichte. Am Ende des Prozesses werden fünf Maßnahmen stehen, deren Umsetzung aufgrund der Fördervorgaben innerhalb von fünf Jahren nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der KWP begonnen werden sollen. Rund 80 Prozent der Kosten der KWP werden durch die bewilligte Landesförderung gedeckt. Die verbleibenden Kosten werden nach dem Einwohnerschlüssel auf die Gemeinden umgelegt.
Die Ergebnisse werden anschließend sorgfältig bewertet und mit der Bevölkerung diskutiert, um dann eine zukunftsfähige und tragfähige Planung zu entwickeln. Die KWP ist als übergeordnetes Planungsinstrument nicht gleichzusetzen mit der Planung eines Wärmenetzes und einem möglichen Anschluss an ein Wärmenetz.
Die Veranstaltung Ende Juni 2025 bot Einblicke in die bisherigen Analysen, etwa zur aktuellen Wärmeversorgung vor Ort und zu möglichen zukünftigen Potenzialen, so zum Beispiel in den Bereichen Nahwärme, Solarthermie oder Gebäudesanierung. Im Mittelpunkt stand dabei der Dialog mit den Teilnehmern.
In einem interaktiven Teil konnten die ersten Ergebnisse direkt an Thementischen betrachtet werden. Zudem konnten Fragen gestellt und die eigene Perspektive eingebracht werden. Die dort geäußerten Rückmeldungen fließen nun direkt in das Projekt mit ein.
Die kommunale Wärmeplanung der Gemeinden Neuhausen auf den Fildern, Denkendorf und Wolfschlugen liegt im Entwurf vor. Damit ist ein wesentlicher Schritt im Planungsprozess erreicht.
Gemäß den gesetzlichen Vorgaben wird der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung nun öffentlich ausgelegt. Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich über die Ergebnisse zu informieren und Anregungen einzubringen.
Die Unterlagen liegen im Zeitraum von
14.05.2026 bis 11.06.2026 öffentlich aus.
Die Unterlagen können Sie hier einsehen oder vor Ort im Rathaus (Schlossplatz 1, 73765 Neuhausen, 2.OG), während der Öffnungszeiten.
Während der Offenlage haben Sie die Möglichkeit Stellungnahmen abzugeben.
Diese können eingereicht werden per E-Mail an krueger(at)neuhausen-fildern.de oder schriftlich an die Gemeindeverwaltung.
Bitte geben Sie bei Ihrer Stellungnahme an, auf welchen Teil der Planung Sie sich beziehen.
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument. Sie zeigt mögliche Entwicklungspfade und Optionen für die zukünftige Wärmeversorgung auf, begründet jedoch keine unmittelbaren Verpflichtungen für einzelne Grundstücke oder Gebäude.
Alle eingehenden Stellungnahmen werden geprüft und fließen – soweit möglich – in die weitere Bearbeitung ein. Nach Abschluss der Beteiligung wird der Wärmeplan den politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.