08. März 2019

Viele Farben, viele Stimmungen

Ausstellung mit Arbeiten von Remus Besca im Bürgertreff

Seine erste künstlerische Arbeit war eine Bleistiftzeichnung. Das war in den 1980-er Jahren. Remus Besca ist 51 Jahre alt, er wohnt in Neuhausen und erst vor etwa zwei Jahren hat er sich in seinem Keller ein kleines Atelier eingerichtet. So richtig angefangen zu malen, hat er aber schon vor rund 20 Jahren in Christophsbad in Göppingen. Dort hat er drei Wochen in einer Klinik verbracht und einen Künstler kennen gelernt. Dieser hat ihm großzügig erlaubt, seine Aquarellfarben zu nutzen. Gereizt haben ihn schon damals Glitzer, Gold und Silber.
Bei den unterschiedlichsten Klinikaufenthalten hat er über Kunsttherapien zu einer unverwechselbaren Bildsprache und Ausdrucksform gefunden. Richtig begeistert hat ihn ein Kunstkurs in der Tagesstätte des sozialpsychiatrischen Dienstes. „Es war ein Kurs zu Porträtkunst, das kam mir entgegen, weil Gesichter mein Hauptthema sind, das Gesicht ist das Wichtigste am Menschen.“
An unterschiedlichen Orten in der Ausstellung finden sich Gesichter – oder Masken – in unterschiedlichen Techniken mit unterschiedlichem Ausdruck, aber alle mit großer Strahlkraft. Etwa drei Masken von 2016, eine hat er „Demut“ genannt, es gibt auch noch die „Wut“, sie ist allerdings nicht ausgestellt. Zwischen diesen Polen und Gefühlswelten sieht er sich selbst immer wieder gefangen. Die anderen beiden Masken sind Phantasiegestalten, bunt und fröhlich.
Seine Farbwelten sind einander ähnlich und er arbeitet gerne in Serien. Jüngst hat er etwas ganz Neues entdeckt. Den Untergrund sprayt er zunächst, dann legt er das Bild auf den Boden und tropft Farbe auf den Bildgrund. An einer mehr als einen Meter langen Stange hat er eine Kugel befestigt, mit ihr rollt er auf über das Bild. Die Kunst ist, am richtigen Ort anzusetzen und zum richtigen Zeitpunkt wieder aufzuhören. Das Gesicht, die Umrisse zeichnete er dann später mit einem Acrylstift. Oder er gibt mit einem Edding Struktur, mit Mustern, die das Bild zu einer Einheit verschmelzen, die ihm gleichzeitig Raum und Oberfläche geben. So zeichnet er Zeit in die Bilder hinein.
Er experimentiert mit den unterschiedlichsten Werkzeugen, unter anderem mit Spachteln. Und immer wieder finden sich auch Gold und Silber, als Akzente oder ganze Straßen in diesen Arbeiten. Manchmal trägt er Farbe auf die Leinwand auf, sie läuft und er bändigt sie mit Spachteln.
„Figurativ male ich nicht, höchstens Bäume oder Annäherungen an Landschaft und Natur“, sagte Remus Besca. Zwei dieser Bäume aus der Serie „Geäst“ von 2017 sind ebenfalls zu sehen. Es sind Phantasiegestalten, ohne Blätter oder Früchte, dafür aber mit einem faszinierenden Hintergrund. Und hinter vielem steckt mehr als es den ersten Anschein hat, auch in dieser Ausstellung.