07. Dezember 2018

Urlaub ohne Koffer, Tanznachmittag und Wiesenfest

CaritasStiftung St. Petrus und Paulus  - Angebote für Menschen mit und ohne Demenz

Es waren wunderbare Erlebnisse und Begegnungen, „die Leute sind begeistert, ihre Augen strahlen“, erzählte Petra Raditsch von der CaritasStiftung St. Petrus und Paulus. Regelmäßig bietet sie nach dem Prinzip der „Fünf Esslinger und mehr“ im katholischen Gemeindehaus eine Bewegungsstunde an. Es ist ein offenes Angebot für Ältere und steht auch Menschen mit Demenz, Parkinson, Asthma, Knieleiden, Diabetes oder anderen Handicaps offen, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Im vergangenen halben Jahr gab es darüber hinaus wieder mehrere zusätzliche Angebote, Vorträge und Infoabende. Im Sommer waren Interessierte eingeladen zum „Urlaub ohne Koffer“, im Oktober wurde das 4. Wiesenfest gemeinsam mit dem OGV gefeiert und Ende Oktober hatte die CaritasStiftung zum beschwingten Tanznachmittag eingeladen.
Im ersten halben Jahr wurden 17 Betreuungshelferinnen ausgebildet. Vermittelt wird das Angebot über die Sozialstation. Betreuungshelferinnen entlasten die Angehörigen, sie kümmern sich zu festgelegten Zeiten um Demenzkranke. Angehörige haben so einen kleinen Freiraum, den sie für sich nutzen können. „Hilfe anzunehmen und Auszeiten sind wichtig, denn nur so kann man wieder Kraft tanken“, weiß Petra Raditsch.
„Wir wollen, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ein Leben mit Teilhabe führen und Momente des Glücks erleben können. Der Alltag ist oft nicht einfach, umso wichtiger ist es, dass es Momente der Anerkennung und der Wertschätzung gibt und man sich angenommen fühlt.“ Das Angebot „Urlaub ohne Koffer“ wird es im nächsten Jahr in den Sommerferien wieder geben. 20 Leute erlebten drei wunderbare Tage miteinander, es gibt immer einen gemeinsamen Ausflug und gemeinsame Mahlzeiten und Kaffeetrinken, aber auch Kreativangebote, es wird gesungen und gelacht und viele entdecken im Tun und in der Gemeinschaft große Freude. Zum Tanznachmittag mit Livemusik, mit Evergreens und modernen Schlagern im Oktober kamen 50 Gäste. Und tatsächlich, nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen wagten sich viele aufs Parkett, auch mit Rollator.
Ein Highlight für viele ist das Wiesenfest in Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein, in diesem Jahr wurde es nun schon zum vierten Mal auf der Wiese von Thomas Weber in der Nähe der Josefskapelle gefeiert. 60 Gäste folgten der Einladung, das Besondere an diesem Tag ist natürlich die Gemeinschaft und viele sind begeistert von der Kutschfahrt, von der großen Auswahl an selbst gebackenen Kuchen und vom gemeinsamen Singen. Aber das Wichtigste ist, dass viele Erinnerungen wach werden und sich Demenzkranke auch für den Augenblick öffnen. Gerade zum Wiesenfest kommen über die Betreuungshelfer auch neue Familien. Und Petra Raditsch dankte allen, die mit ihrem Einsatz die Angebote ermöglichen: „Möglich werden die ganzen Aktionen nur durch das große Engagement der Betreuungshelfer – und der OGV ist seit Jahren ein super Kooperationspartner.“