02. November 2018

„Hauptamt und Ehrenamt sind ein starkes Team“

Öffentliche Katholische Bücherei – Mediathek feierte 50. Geburtstag mit Fest und Empfang, Festreden und festlicher Musik

„Tragen Sie Ihre Freude nach außen, damit die Bücherei Magnet und Dreh- und Angelpunkt für Jung und Alt bleiben kann“, sagte Bürgermeister Ingo Hacker zu den ehrenamtlich Aktiven. Sie arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen wie im Thekendienst, im Vorleseteam oder in der „Dienstagsgruppe“. Jede und jeder ehrenamtliche Bibliotheksmitarbeiter bekam als Symbol des Dankes zwei Rosen – eine von der Katholischen Kirchengemeinde, eine von der bürgerlichen Gemeinde. Die Katholische Kirchengemeinde ist die Trägerin der Bücherei, Kooperationspartner ist die bürgerliche Gemeinde.
Das Fest wurde im Ochsensaal gefeiert, „hier haben wir uns immer wohl gefühlt“, sagte Marianne Ruckdeschel, die Leiterin der Öffentlichen Katholischen Bücherei - Mediathek zur Begrüßung. Seit 2010 hat die Bücherei ihr Domizil in den beiden oberen Stockwerken des Oberen Schlosses. Vor 50 Jahren - im Dezember 1968 - startete die Bücherei mit 1.000 Büchern und 200 aktiven Lesern im Katholischen Gemeindehaus. Der Buchbestand wuchs kontinuierlich und auch die Zahl der Leser, 1971 wurde ein neunjähriger Junge als 1.000 Leser begrüßt. Von Anfang an wurde auf Ehrenamt gebaut, bald aber auch eine hauptamtliche Kraft eingestellt, 1991 zog die Bücherei dann in den Ochsensaal. Die Bücher im Saal standen damals auf Regalen mit Rollen, so konnten sie bei Veranstaltungen unter die Emporen geschoben werden. Heute hat die Bücherei mehr als 20.000 Medien im Bestand, 50.000 Entleihungen und 43.000 Besucherinnen und Besucher jährlich. „Das ist supergut“, sagte Uschi Ermers, Leiterin der Fachstelle Medien der Diözese Rottenburg. Insgesamt gibt es in der Diözese 180 Öffentliche Katholische Büchereien. Sie begleitet seit fast 18 Jahren die Bücherei in Neuhausen: „Mehr als 40 Ehrenamtliche bringen sich in Neuhausen mit ihrer Kreativität, Zeit und Energie ein, das ist schon etwas Besonderes.“ Ein Schwerpunkt der Arbeit der Büchereien sei der Bildungsauftrag, Büchereien seien aber auch Orte, an dem sich Menschen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen könnten, ohne konsumieren zu müssen und sie stehe allen Menschen offen. Auch Pfarrer Alfred Kirsch betonte, wie wichtig die ehrenamtliche Arbeit in der Bücherei sei, „die Ehrenamtlichen zeichnen die Bücherei aus“. Und die Leiterin Marianne Ruckdeschel stehe für Qualität und dafür, dass internationale Literatur gekauft werde. Ihre Arbeit und die ihrer Stellvertreterin, der Kinder- und Jugendbibliothekarin Andrea Zidek wird sehr geschätzt. „Hauptamt und Ehrenamt sind ein starkes Team“, sagte Marianne Ruckdeschel. Sie stellte die Ehrenamtlichen und ihre Arbeit vor, insgesamt gebe es Vorleseteams und 13 Thekenteams, die werktags arbeite. Und der Sonntagsdienst mit drei Gruppen und jeweils vier bis fünf Leuten bewältige alle möglicherweise anfallenden Probleme komplett ohne hauptamtliche Unterstützung. Insgesamt gewährleisten sie eine Öffnungszeit von 23 Stunden. Gerade sonntags kommen auch viele Eltern mit Kindern, lesen vor oder spielen gemeinsam Spiele. Das Dienstagsteam kümmert sich um viele Arbeiten im Hintergrund, sie beteiligen sich bei der Buchauswahl und stellen die Ausleihfähigkeit her, sie katalogisieren, binden die Bücher ein, bringen den Transponder und das Signetschild an. Viele der Ehrenamtlichen sind seit vielen Jahren dabei, einige sogar seit mehreren Jahrzehnten. „Wir sind ein nettes und beständiges Team“, sagte Marianne Ruckdeschel, „aber wir sind auch immer froh, wenn neue Leute kommen“.
Es sei für alle Menschen wichtig, sich immer wieder zu entspannen, „wir brauchen das Miteinander, aber auch Ruhephasen“. Er könne besonders gut bei einem guten Buch und passender Musik entspannen, sagte Bürgermeister Ingo Hacker. „Es gibt viele gute und supergute Gründe, in die Bücherei zu gehen. Fast 50 gute Gründe, in die Bücherei zu gehen und heute das Jubiläum zu feiern, sind Sie, verehrte Ehrenamtliche.“ Jeder Einzelne dieser aktuell 43 Ehrenamtlichen hätte im Schnitt 1.000 Besuchern geholfen, „was Sie für das Gemeinwesen im Dienst der Allgemeinheit leisten ist keine Selbstverständlichkeit. Ein ganz herzliches Dankeschön, auch im Namen des Gemeinderates und der gesamten Bürgerschaft an Sie alle.“ Umrahmt wurde der Festakt vom Stauferquartett mit dem musikalischen Leiter der Musikschule Johannes Ehret am Cello und mit einer wunderbaren Interpretation von Antonin Dvoraks Streichquartett Nr. 12, op. 96 von 1893, bekannt als „Amerikanisches Quartett“.