26. Oktober 2018

„Schlussentscheidung wurde einstimmig getroffen“

Realisierungswettbewerb Neubau Grundschule und Mensa – Jury tagte am 19. 10. – 26 Arbeiten wurden eingereicht und bewertet - Es war eine lange Sitzung und es wurde viel diskutiert.

Am Ende waren sich aber alle einig: Der Entwurf des Büros Broghammer, Jana und Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil überzeugte auf ganzer Linie. Das Büro hat die Produktionsküche und die Mensa ebenso wie die Naturwissenschaftlichen Räume der FSS in einen zweigeschossigen Baukörper verortet, die Grundschule wird in einem dreigeschossigen Quader untergebracht. Die beiden Baukörper sind ineinander geschachtelt und haben eine gemeinsame, zentrale Erschließung. Geplant ist der Neubau der Grundschule (Anton Walther Grundschule) mit Mensa im Siegerentwurf zwischen der Egelsee-Festhalle und der Friedrich-Schiller-Schule. Der alte Grundschultrakt muss dafür abgerissen werden. Überzeugt hat der Entwurf die Jury sowohl durch seine städtebaulichen Akzente als auch mit vielen anderen Details.
„Es gab ein riesiges Interesse und wir waren positiv überrascht“, betonte BM Ingo Hacker. Insgesamt gab es 110 Interessenten, von ihnen wurden 24 ausgelost. Sechs Büros wurden darüber hinaus gezielt eingeladen, ihre Entwürfe abzugeben. Insgesamt hatten zum Stichtag 26 Büros ihre Entwürfe inklusive Modellen abgegeben. Begleitet wurde der Wettbewerbsprozess vom Architekturbüro Grohe aus Stuttgart. Bereits in die Vorplanungen wurde viel Mühe und Zeit investiert, entsprechend umfangreich und komplex waren die Aufgabe und der Ausschreibungstext. In der Produktionsküche sollen rund 600 Essen täglich zubereitet werden können, denn versorgt werden sollen in Zukunft nicht nur die Schülerinnen und Schüler der neuen Grundschule und der FSS, sondern alle Schulen und Kindertageseinrichtungen in Neuhausen mit dem vor Ort frisch zubereiteten Essen.
„Die intensive Vorbereitung, die Sorgfalt und Mühe spiegelt sich im Ergebnis und hat sich gelohnt“, sagte Jörg Aldinger. Der Architekt aus Stuttgart war zum Vorsitzenden des Preisgerichtes gewählt worden, im Preisgericht gibt es üblicherweise Fach- und Sachpreisrichter, die Entwürfe sind anonymisiert. Unter den Sachpreisrichtern waren Vertreter der Fraktionen im Gemeinderat und Bürgermeister Ingo Hacker. Die neue Grundschule wird ebenso wie die bestehende Mozartschule eine offene Ganztagsschule in Wahlform und dreizügig sein. Auch Schulformen der Zukunft und entsprechende Raumprogramme waren ein wichtiger Aspekt bei den Vorplanungen. Drei Klassenräume, Gemeinschaftsräume und kleinere Räume für selbstständiges Lernen oder eine gezielte Förderung in Kleingruppen bilden nun sogenannte Cluster. Im Erdgeschoss des Schulgebäudes ist die Verwaltung untergebracht, dort sind auch Mehrzweckräume verortet.
„Das Niveau der Entwürfe war sehr sehr hoch, Neuhausen ist eine attraktive Kommune und ein Schulneubau ist eine attraktive Aufgabe“, sagte Jörg Aldinger. Wichtiges Entscheidungskriterium war der städtebauliche Aspekt. Es gab Entwürfe, die alle Funktionen in einem Gebäude untergebracht haben, andere Entwürfe sahen bis zu vier Baukörper vor. Auch die Erschließung von außen  - unter anderem für den Lieferverkehr - spielte eine wichtige Rolle. Im Siegerentwurf erfolgt die Erschließung direkt über die Landesstraße und nicht durch das Wohngebiet. Vorgesehen sind auch Multifunktionsräume oder Mehrzweckräume für Vereine oder kleinere Schulveranstaltungen, die Räume im Siegerentwurf haben einen separaten Zugang, außerdem ist die Küche abschließbar. Auch die modern ausgestatteten naturwissenschaftlichen Fachräume, die von der Friedrich-Schiller-Schule genutzt werden, sind als eine Einheit zentral untergebracht. Überzeugt hat die Jury, dass der Entwurf flächensparend ist und weiterhin viel Grünfläche den Campus umgibt, sowie die Wirtschaftlichkeit der beiden zusammenhängenden Gebäude in Bezug auf die Investition und den Lebenszyklus. Der zweite Preis ging an die Berliner ARGE Anne Lampen Architekten I VillénPahmeier Architekten, der dritte an die Architekten Leupold, Brown und Goldbach aus München.
Das Preisträgerbüro hat bereits viel Erfahrung mit dem Bau von Schulen. „Die Schlussentscheidung wurde einstimmig getroffen – das ist ein gutes Zeichen für den Entwurf, für die Jury und den Gemeinderat“, betonte Jörg Aldinger.