Waldknigge für Waldbesucher

Blick in den Sauhag

Rücksichtsvolles Verhalten schont Lebensgemeinschaft Wald

Wald liefert Holz, bietet Tieren und Pflanzen Lebensraum, sorgt für saubere Luft, ein ausgeglichenes Klima und frisches Wasser. Wälder wie der Sauhag und der Horber Wald sind wunderbare, schützenswerte Naherholungsgebiete, bieten Raum für Bewegung und viele Entdeckungen im Lauf der Jahreszeiten. Seit mehr als 200 Jahren gilt in Deutschland das freie Betretungsrecht des Waldes zum Zweck der Erholung. Doch jeder Waldbesucher sollte sich im Wald so verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung nicht gestört werden. So schreibt es das Landeswaldgesetz vor, denn das Betretungsrecht zum Zweck der Erholung hat Grenzen. Derzeit ist besondere Vorsicht und verantwortungsvolle Rücksichtnahme gefragt, denn Vögel brüten in Hecken, in Asthaufen, auf Bäumen, aber auch am Boden. Außerdem ziehen Rehe, Füchse, Wildschweine und andere Wildtiere derzeit ihren Nachwuchs auf.

Informationen für Radfahrer

Radfahren ist nur auf befestigten Wegen von mehr als zwei Metern Breite gestattet. Wer „offroad“ unterwegs sein will, darf dies nur auf Strecken, die explizit als Mountainbiketrails ausgewiesen sind. Durch richtiges Verhalten werden Pflanzen geschont und Tiere nicht beunruhigt. Auch können Mountainbike-Spuren im Wald bei Regen zu Erosionsrinnen und damit zu Schäden führen. In den Wäldern sind mehrere sogenannte „dirtparks“ anzutreffen. Diese Mountainbikestrecken oder Crossroadtrails sind nicht genehmigt, dürfen nicht weiter ausgebaut werden und werden unter Umständen auf Kosten der Verursacher zurückgebaut und renaturiert.

Informationen für Hundehalter

Auch Hundehalter können zu einem guten Miteinander im Wald beitragen. Ebenso wie auf Wiesen, Streuobstwiesen und Feldern gilt: Hundekot enthält Keime, die schädlich sein können für Mensch, Tier und Umwelt. Bitte entsorgen Sie den Hundekot deshalb in den RobiDog-Stationen oder im Mülleimer, damit er dem Restmüll zugeführt und verbrannt werden kann. In der Regel besteht im Wald kein grundsätzlicher Leinenzwang für die Vierbeiner, jedoch erinnert das Forstamt daran, dass der Jagdtrieb ein Urinstinkt von Hunden ist. Mehrfach wurde in den vergangenen Wochen im Landkreis Esslingen Rehwild gerissen oder Wildtiere aufgestöbert und gehetzt. Bitte bleiben Sie mit Ihren Hunden auf den befestigten Wegen. In Wiesen können Hunde auch bodenbrütende Vögel und Junghasen aufscheuchen, die hier zu Hause sind. Ein Hund kann, selbst wenn er nur wenige Meter vom Weg entfernt läuft, einen Fluchtreflex bei Wildtieren auslösen. In der Nähe einer Straße werden unbeteiligte Verkehrsteilnehmer so unter Umständen unnötig in Gefahr gebracht.

Entsorgen von Müll

Bitte nehmen Sie Ihre mitgebrachten Flaschen und Dosen, Plastik- oder Papiertüten wieder mit nach Hause. Wussten Sie, dass eine Bananenschale je nach Witterung bis zu drei Jahre braucht, bis sie verrottet ist und ein Papiertaschentuch sogar fünf Jahre bis es restlos zersetzt ist? Kaugummis benötigen ebenso lange und können darüber hinaus gefährlich sein für Tiere. Wenn Tiere Kaugummis fressen, kann es ihren Magen verstopfen und sie verhungern. Zigarettenkippen benötigen zwei bis sieben Jahre, bis sie verrottet sind, sie bestehen teilweise aus Kunststoffen, geben Blei und Arsen ab und verunreinigen so mehrere Liter wertvolles Grundwasser.

Nach den Vorschriften des Landesnaturschutzgesetzes dürfen Wiesen und landwirtschaftlich genutzte Flächen während der Nutzzeit weder von Spaziergängern noch von Hunden betreten werden. Nutzzeit ist der Zeitraum zwischen Saat und Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses und der Beweidung, also der Zeitraum zwischen Anfang März und Ende Oktober.