"Selbstverständlich darf Neuhausen nicht fehlen"

Gruppe von Studentinnen und Studenten der Musikhochschule Weimar

Musikhochschule Weimar auf der Walcker-Orgel

Am 30. September war eine Gruppe von Studentinnen und Studenten der Musikhochschule Weimar zu Gast in Neuhausen. Zusammen mit Ihrem Professor Martin Sturm, leitender Dozent des Institutes Kirchenmusik und Musikpädagogik, probierten sie im wahrsten Sinne des Wortes Orgelwerke von Mendelssohn und Liszt aus, welche sich auf der Walcker-Orgel von 1854 klanglich adäquat den Vorstellungen der Komponisten darstellen lassen. Vor kurzer Zeit erreichte uns die Anfrage von Prof. Sturm mit dem bemerkenswerten Satz: „Mit meinen Studierenden plane ich…eine Exkursion nach Süddeutschland. Selbstverständlich darf Neuhausen im Programm nicht fehlen“. Unter Beachtung der Hygiene-Vorschriften ermöglichten wir den Orgelreisenden die Besichtigung des Instrumentes.

Die Studierenden zeigten sich begeistert und beeindruckt vom Klang der Walcker-Orgel, vor allem aber von der originalen Kegellade, die eine besondere Spielweise erfordert. In Sozialen Medien posteten die angehenden Kirchenmusiker: „Die wenigen erhaltenen Orgeln Eberhard Friedrich Walckers…sind Schlüsselinstrumente zu einer dynamischen Spielpraxis. Die mechanische Kegellade ermöglicht eine Lebendigkeit und Plastizität in Artikulation und Interpretation wie man sie nirgendwo anders erleben kann. Das komplexe Netz an Beziehungen zwischen den Registern und die sensible Intonation machen dieses Instrument zu einem der Highlights unserer Orgeltour.“

Die Musikhochschule Weimar wurde 1872 auf Initiative des berühmten österreichisch-ungarischen Pianisten, Organisten, Dirigenten und Komponisten Franz Liszt gegründet, der viele Jahre in Weimar als Kapellmeister wirkte. Sein Ziel war unter anderem, die Orchester zu professionalisieren um den Ansprüchen der immer komplexer werdenden Orchester-Kompositionen künstlerisch gerecht zu werden. Später kamen bald auch Gesang, Oper und Theater, Komposition, die pädagogische Ausbildung zum Instrumental- und Gesangslehrer sowie die Schulung von Virtuosen wie zum Beispiel Konzertgeigern oder Konzertpianisten hinzu.

Seit 1956 trägt die Musikhochschule Weimar den Namen ihres Initiators Franz Liszt. Auf gewisse Weise verbindet die Jahreszahl der Hochschulgründung, 1872, zufällig Neuhausen mit Weimar: genau im selben Jahr starb der Erbauer unserer Orgel, Eberhard Friedrich Walcker in Ludwigsburg. Und ebenfalls 1872 gründete Orgelbaumeister Hermann Eule in Bautzen/Sachsen seine bis heute renommierte Orgelbauwerkstätte, in der unsere beiden Instrumente 2004-2005 hervorragend restauriert wurden.

KMD Markus Grohmann