Offizieller Baggerbiss für Großprojekt

Bürgermeister Ingo Hacker und Ingenieur Neithard Müller beim ersten offiziellen Baggerbiss

Kläranlage wird für rund 17 Millionen Euro ertüchtigt

„Ein Baggerbiss für ein solches Großprojekt würde normalerweise mit vielen Gästen gefeiert. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das leider nicht möglich“, betonte Bürgermeister Ingo Hacker. Und weiter: „Das Fest werden wir aber zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.“ Gemeinsam mit Neithard Müller, Geschäftsführer und beratender Ingenieur von Weber Ingenieure gab er am vergangenen Donnerstag mit dem ersten offiziellen Baggerbiss den Startschuss für den fünf Jahre dauernden Umbau. Eine besondere Herausforderung stellt der Umbau bei laufendem Betrieb der Tropfkörperanlage unter beengten Platzverhältnissen dar. „Wir müssen uns Stück für Stück durcharbeiten“, sagte Neithard Müller.

Als erste Maßnahme wird nun ein neues Regenrückhaltebecken gebaut. Es wird ein Volumen von ca. 400 m³ haben, fertig gestellt sein wird es im Frühjahr nächsten Jahres. Das bisherige Regenrückhaltebecken wird im zweiten Bauabschnitt abgerissen, damit an seiner Stelle das Belebungsbecken mit einem Volumen von 3.360 m³ für die biologische Reinigung erstellt werden kann.
Alles, was aus dem Bestand sinnvoll zu verwenden ist, wird in das neue System integriert, dadurch sind die Kosten nicht ganz so hoch wie beim Bau einer komplett neuen Anlage. Bei der Konzeption wurde auch die Hanglage berücksichtigt, um die Anlage so energieeffizient wie möglich betreiben zu können.

Die Ertüchtigung wurde notwendig, weil in der bisherigen Tropfkörperanlage aufgrund steigender Schmutzfrachten ab 2015 verschiedene Werte in der Eigenkontrolle und in der amtlichen Probeentnahme überschritten wurden. Auch Reinigungsanforderungen sind teilweise gestiegen. Bedingung für die anstehende Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis war ein Konzept zur grundlegenden Ertüchtigung der in die Jahre gekommenen Kläranlage. Als Fachplaner stehen der Gemeinde Neuhausen von Anfang an die Weber-Ingenieure, Pforzheim zur Seite. Gebaut wird eine Belebtschlammanlage mit getrennter anaerober Schlammstabilisation. Der Umbau der Emscherbrunnen zu einer konventionellen Vorklärung gehört dabei ebenso wie das neue Regenüberlaufbecken sowie ein Betriebsgebäude mit integrierter Halle für die Schlammentwässerung zu einem energieeffizienten und dem Stand der Technik entsprechenden Gesamtkonzept. Die Ausbaugröße ist auf 20.000 Einwohner angelegt.

Die in großen Städten bereits vorgeschriebene vierte Reinigungsstufe wird nach dem derzeitigen Stand der Planungen in dieser Ausbauphase nicht realisiert. Allerdings ist ein Platz dafür reserviert, sodass es problemlos möglich ist, sie zu einem späteren Zeitpunkt zu erstellen. „Der Umbau unter laufendem Betrieb ist eine einmalige und spannende Aufgabe, wir freuen uns sehr“, sagten Abwassermeister Simon Schmitt und sein Mitarbeiter Norman Wede.