Hans Werner von Neuhausen und seine Ehefrau Otilia von Ehingen

Epitaph Hans Werner von Neuhausen und Otilia von Ehingen

Serie der Gemeinschaft für Heimatgeschichte - Zeugnisse der Herren von Neuhausen Teil 6

Hans Werner von Neuhausen: Er war eine Zeitlang Patronatsherr der Kirche in Neuhausen, hat aber dieses Recht 1530 an den Lehensherrn zurückgegeben. Er stiftete 1551 einen Jahrtag (Gedenkgottesdienst) in der Pfarrkirche zu Neuhausen für sich und seine Frau Otilia von Ehingen sowie für Friedrich von Neuhausen, Clara von Welden, seinen Vater Hans von Neuhausen, seine Mutter Barbara von Stadion und allen Familienangehörigen.

Otilia von  Ehingen: Auch sie stiftete einen Jahrtag für ihren Vater Christof von Ehingen und für ihre Mutter Afra geborene Stümpfin von Schweinsberg sowie für Anna Weil und ihre Schwester Elisabeth geborene von Ehingen.

Im Jahre 1552 am 7. August sind Hans Werner von Neuhausen und seine Frau Otilia von Ehingen verstorben.

(Text nach Oswald Gabelkofer: Genealogie der Herren von Neuhausen, Seite 97)

Das Epitaph zeigt eine große Symbolik, die die damalige Frömmigkeit zum Ausdruck bringt. Ein mit Ausnahme der Wappen gleiches Epitaph ist in der Peterskirche in Köngen zu sehen. Beide kommen daher vermutlich aus der gleichen Werkstatt.

Das Originalepitaph befindet sich heute in der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus. Ein Abguss, gefertigt von Alfons Schaller, in der alten Aussegnungshalle. Der Abguss wurde hergestellt, weil durch aufsteigende Feuchtigkeit  das Originalepitaph, das früher in der alten Aussegnungshalle eingebaut war, dort schon Schaden genommen hatte.

Begriffserklärungen: Die Herren von Neuhausen haben die Kirche erbauen lassen. Dafür stifteten sie den Ertrag der Pfarrgüter und sicherten damit den Lebensunterhalt der Geistlichen und den Erhalt der Kirche. Sie erhielten deshalb in der Kirche einen besonderen Platz und auch das Recht, eines Begräbnisses in der Kirche. Auch hatten sie das Vorschlagsrecht, wenn ein neuer Pfarrer eingesetzt wurde. Dieses Recht nannte man Ernennungsrecht und die Inhaber dieses Rechtes hatten die Pflicht, die Kirche und den Pfarrer in seinen Schutz zu nehmen. Deshalb nannte man das „Patronatsrecht“ und den Inhaber Patronatsherr.
Lehensherr: Der Lehensherr war der Verwalter des herrschaftlichen Besitzes. Neuhausen war ab 1269 hohenbergischer und ab 1385 vorderösterreichischer Besitz.