Die Osterzeit endet an Pfingsten

Kruzifix von Sem Schlör aus dem Jahr 1563 in der alten Aussegnungshalle in Neuhausen

Ostern – das Fest der Auferstehung und des Lichtes

 

Ostern ist ein hoher Feiertag im Kirchenjahr: Christen feiern die Auferstehung von Jesus – ob katholische, protestantische, armenische, koptische oder griechisch-orthodoxe Christen. Die Riten und der Zeitpunkt des Osterfestes unterscheiden sich jedoch.

Die Ursprünge

Die älteste Bezeichnung für Ostern geht auf das 8. Jahrhundert zurück: "Eostro" lässt sich mit "Morgenröte" übersetzen. Die weit verbreitete Annahme, Ostern beziehe sich auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara, ist nicht bewiesen.

Die Wurzeln

Das jüdische Passah ist der Vorläufer des christlichen Osterfestes. Die Juden feiern an diesem Tag, dass Gott sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei geführt hat.

Während seiner letzten Pessachfeier brach Jesus in der Tradition des Pessah mit seinen Jüngern das Brot und segnete den Wein. Indem er sprach "dies ist mein Leib ... und dies ist mein Blut ..." nahm er seinen Tod am Kreuz vorweg und machte sich selbst zum Lamm Gottes. Damit erhob er als Zeichen seiner Liebe das Abendmahl zur christlichen Gedächtnisfeier.

Pessach wird im christlichen Glauben mit Ostern gleichgesetzt und noch heute erinnern die Christen im Gottesdienst der Osternacht an den Auszug der Juden aus Ägypten.

Das Datum

Jedes Jahr fällt der Termin auf ein anderes Datum. Auf dem Konzil von Nicaea (325 nach Christus) wurde das Osterfest vermutlich von Erzbischof Athanasius auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Am Termin für Ostern orientieren sich auch alle anderen beweglichen christlichen Feiertage wie Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam. Ostern geht eine 40-tägige Fastenzeit voraus, die an Aschermittwoch beginnt und an Karfreitag endet. Die 40 Tage sollen an die Zeit erinnern, die Jesus in der Wüste fastete.

Die österliche Festzeit

Ostern ist das höchste Fest im christlichen Kirchenjahr. Die Christen feiern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Die österliche Festzeit beginnt bereits mit der Osternacht, in der das Osterfeuer geweiht und die Osterkerze entzündet wird. Die Lichtsymbolik ist von größter Bedeutung, denn Christus selbst ist das Licht der Welt. Das Beten und Wachehalten in der Osternacht erinnert an die biblische Ölbergszene, als Jesus seine Jünger vergeblich bat, für ihn zu beten. Am Ostermorgen selbst wird das Hochfest der Auferstehung des Herrn gefeiert.

Die Freude der Christen, dass Jesus den Tod endgültig bezwungen hat, steht dabei im Zentrum des liturgischen Geschehens. Die Osterzeit endet nach 50 Tagen an Pfingsten.

Quelle: Planet Wissen