Informationen zur Grundsteuerreform

Die Grundsteuer musste aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts reformiert werden. Das heißt, dass die Finanzämter alle Grundstücke neu bewerten müssen.

Grundstückseigentümer werden vom Finanzamt mit einem Schreiben aufgefordert, eine Feststellungserklärung zu ihrem Grundstück über das Portal „Mein ELSTER“ abzugeben.

Was muss also nun konkret veranlasst werden?
Die zur Feststellungserklärung notwendigen Bodenrichtwerte, wurden zum 01.07.2022 veröffentlich.
Damit Sie die Feststellungserklärung abgeben können, müssen Sie sich ein kostenloses „Mein ELSTER“ Benutzerkonto erstellen.
www.elster.de

Es ist möglich, dass nahe Angehörige über ihren eigenen ELSTER-Zugang die Feststellungserklärung für Sie übermitteln.
Ebenso ist es möglich bereits bestehende ELSTER-Zugänge für die Übermittlung der Feststellungserklärung zu nutzen.

Wir werden Sie über diese Seite und im Mitteilungsblatt mit den neuesten Informationen versorgen.

Ansprechpartner:
Finanzamt Esslingen               Finanzverwaltung Baden-Württemberg                   GuA LK ES

Grundsteuerreform einfach erklärt:
https://www.youtube.com/watch?v=itXOfa_asnA
https://www.youtube.com/watch?v=7yoVq4HWB8Y&t=3s
 

FAQ Grundsteuerreform

Was ist die Grundsteuer?
Auf Grundbesitz wird eine Grundsteuer erhoben. Beispielsweise auf unbebaute Grundstücke, Wohngrundstücke, gewerblich genutzte Grundstücke oder Betriebe der Land- und Forstwirtschaft.

Weshalb gibt es die Grundsteuer?
Die Einnahmen aus der Grundsteuer stehen der Gemeinde zu. Damit finanziert sich die Gemeinde wichtige kommunale Aufgaben, wie die öffentliche Infrastruktur (Straßen), Spielplätze, Kindergärten und vieles mehr.

Wie berechnet sich die neue Grundsteuer in Baden-Württemberg?
Die Bewertung für die Grundsteuer B ergibt sich künftig ausschließlich aus dem Bodenwert. Dafür werden im Wesentlichen zwei Faktoren herangezogen: die Grundstücksfläche und der Bodenrichtwert. Beide Werte werden miteinander multipliziert und ergeben den sogenannten Grundsteuerwert (bislang Einheitswert). Auf die Bebauung kommt es dabei nicht an.
Das Bewertungsergebnis wird vom Finanzamt mit der gesetzlich vorgegebenen Steuermesszahl multipliziert. Der daraus resultierende Wert ist der Grundsteuermessbetrag.

In einem dritten und letzten Schritt wird dann der Hebesatz der Gemeinde auf den Grundsteuermessbetrag angewendet. Daraus ergibt sich schließlich die konkrete Grundsteuer die an die Gemeinde von den Eigentümern bezahlt werden muss.

Grundsteuer = Grundsteuerwert (Grundstücksfläche x Bodenrichtwert) x Steuermesszahl x Hebesatz der Kommune.


Was ist der Bodenrichtwert und wo gibt es Informationen dazu?
Bodenrichtwerte sind flächendeckend verfügbar und werden regelmäßig aktualisiert. Ermittelt werden sie für Neuhausen von dem Gemeinsamen Gutachterausschuss des Landkreis Esslingen. Der Gutachterausschuss verwendet anerkannte Bewertungsmethoden. Bodenrichtwerte geben den Entwicklungszustand und den daraus resultierenden Durchschnittswert für den unbebauten Grund und Boden pro Quadratmeter wieder. Bei der Ermittlung der Werte werden beispielsweise Lage, Zustand, Erschließungsgrad oder Bebauungsmöglichkeiten berücksichtigt. Sie werden in sogenannten Bodenrichtwertzonen gebündelt. Der Bodenrichtwert einer solchen Zone stellt für eine abgrenzbare, überwiegend gleichartige Gruppe von Grundstücken den Wert des Grund und Bodens dar.

Kontakt zum Gemeinsamen Gutachterausschuss:
Gemeinsamer Gutachterausschuss
im Landkreis Esslingen
Ohmstraße 16
72622 Nürtingen
07022 / 24234-0

Die Bodenrichtwerte werden am 01.07.2022 veröffentlicht. Der für Steuerzwecke benötigte Bodenrichtwert ist ab dem 1. Juli 2022 auf der landesweiten Informationsseite unter www.grundsteuer-bw.de und im Mitteilungsblatt und auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt.

Ab wann muss die Grundsteuer nach dem neuen Landesgesetz bezahlt werden?
Ab dem 01.01.2025 muss die neue Grundsteuer das erste Mal bezahlt werden. Bis dahin (31.12.2024 wird auf der bisherigen Rechtsgrundlage die Grundsteuer erhoben)


Was müssen Eigentümerin oder Eigentümer tun?
Mitte Mai/ Anfang Juni werden die Eigentümer von dem Finanzamt Esslingen angeschrieben. Dieses Schreiben enthält alle wichtigen Informationen, welche Schritte von Ihnen zu veranlassen sind.

Ab dem 01.07.2022 sind alle Eigentümer verpflichtet, eine Feststellungserklärung elektronisch einzureichen. Über „Mein Elster“ können Sie Ihre Feststellungserklärung kostenfrei abgeben.

In der Feststellungserklärung müssen folgende Angaben über Ihre Grundstücke gemacht werden:

- das Aktenzeichen, unter dem die Feststellungserklärung eingereicht werden muss
- die Grundstücksfläche
- der Bodenrichtwert
- ggf. die überwiegende Nutzung zu Wohnzwecken
 

Warum muss überhaupt eine Feststellungserklärung abgegeben werden?
Es ist aus verschiedenen Gründen notwendig, dass die Bürgerinnen und Bürger eine Feststellungserklärung, also eine Erklärung zu Ihrem Grundstück, abgeben:

•          Die vergangene Hauptfeststellung - für den mittlerweile als verfassungswidrig erklärten Einheitswert - liegt mehr als 50 Jahre zurück. Bei der nun anstehenden Hauptfeststellung wird die vorhandene Datenlage überprüft.

•          Die Finanzämter brauchen für die Bewertung der Grundstücke vollständige und zuverlässige Daten. Diese liegen elektronisch zwar teilweise schon vor, aber nicht so umfassend und technisch verwendbar, dass sie vollautomatisch und korrekt bearbeitet werden können. Beispielsweise sind die Grundbucheinträge nicht immer aktuell, wenn etwa das Grundbuch nach einem Erbfall nicht berichtigt wurde.

•          Manche Angaben sind der Steuerverwaltung bislang auch gar nicht bekannt, weil sie nun wegen des Landesgrundsteuergesetzes komplett neu erhoben werden. Zum Beispiel muss jetzt zum ersten Mal angegeben werden, ob ein Grundstück hauptsächlich zum Wohnen genutzt wird. Nur dann kann es bei der Berechnung der zu zahlenden Grundsteuer auch bessergestellt werden.

Um die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer zu unterstützen, stellt das Finanzamt ab Juli 2022 alle Infos, die für die Feststellungserklärungen erforderlich sind, auf der Internetseite www.grundsteuer-bw.de bereit.

 

Warum ist eine elektronische Abgabe der Feststellungserklärung erforderlich?
In Baden-Württemberg sind 5,6 Millionen Grundstücke neu zu bewerten. Diese Herausforderung können die Finanzämter nur mit einem sehr hohen Automationsgrad bewältigen. Voraussetzung dafür ist, dass möglichst viele Erklärungen elektronisch über ELSTER abgegeben werden. Das Landesgrundsteuergesetz enthält daher – so wie auch das entsprechende Bundesgesetz – eine Verpflichtung zur elektronischen Abgabe der Erklärung:

•          Dadurch entfällt die aufwändige und fehleranfällige Digitalisierung, die bei Papiererklärungen erforderlich ist.

•          Darüber hinaus haben die Anwenderinnen und Anwender den Vorteil, dass sie bei ELSTER schrittweise durch das Programm geführt und die von ihnen eingegebenen Daten direkt auf Plausibilität geprüft werden. Anschließend wird das gesamte Datenpaket auf sicherem Weg an das zuständige Finanzamt geleitet.

In Ausnahmefällen kann die Feststellungserklärung auch in Papierform abgegeben werden. Dies ist der Fall, wenn jemand beispielsweise keinen Internetzugang hat oder den Umgang mit dem Internet nicht gewohnt ist und sich die Situation künftig auch nicht ändert. In diesem Ausnahmefall kann der bzw. die Betroffene ab Juli 2022 einen entsprechenden Papiervordruck beim jeweils zuständigen Finanzamt abholen. Alternativ ist es auch möglich, sich von Angehörigen bei der Abgabe der Erklärung helfen zu lassen und die Erklärung über deren ELSTER-Zugang zu übermitteln.

 

Welche Kontaktmöglichkeiten gibt es bei Fragen?
Für die Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken gibt es verschiedene Hilfestellungen bei der Abgabe ihrer Feststellungserklärung:

•          Allgemeine Fragen können an den virtuellen Assistenten der Steuerverwaltung gestellt werden. Er ist aufrufbar unter www.steuerchatbot.de. Weitere Infos gibt es unter www.grundsteuer-bw.de.

•          Bei Fragen, wie man das ELSTER-Portal nutzt, helfen die Anleitungen auf der ELSTER-Startseite weiter. Fragen zu technischen Problemen können telefonisch oder per Kontaktformular gestellt werden.

•          Zudem sind die jeweils zuständigen örtlichen Finanzämter für die Bürgerinnen und Bürger bei Fragen erreichbar - sowohl telefonisch als auch in den vorher zu vereinbarenden Sprechstunden. Für Fragen kann auch das Kontaktformular des jeweiligen Finanzamts unter kontakt.fv-bwl.de genutzt werden. Durch diese dezentralen Anlaufstellen entsteht kein "Telefonstau", wie es bei einer gebündelten Hotline der Fall sein kann, wenn viele Anfragen gleichzeitig auflaufen. Eine zentrale Grundsteuer-Hotline gibt es daher nicht