04. Mai 2012

Saalbau und Ochsensaal werden für insgesamt rund 1,2 Millionen Euro saniert

Gemeinderat setzte klares Zeichen für weitere Aufwertung

 

Der denkmalgeschützte Ochsensaal und der im Innern dringend sanierungsbedürftige Saalbau werden noch in diesem Jahr saniert. Aus dem Landessanierungsprogramm stehen noch Fördermittel zur Verfügung. Damit sie abgerufen werden können, müssen die Maßnahmen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die Sanierung des Saalbaus mit dem Einbau einer Fußbodenheizung und Erneuerung der sanitären Anlagen wird rund 480.000 Euro kosten, die Brandschutzmaßnahmen, die Kosten für die Sanierungsarbeiten und die neuen Sanitäranlagen im Ochsensaal sind mit etwa 700.000 Euro veranschlagt.

 

1903 baute der damalige Ochsenwirt Karl Bayer an das stattliche, im Jahr 1837 errichtete Gasthaus, den Ochsensaal für Feste und Kulturveranstaltungen an. Nach 1934 wurden dort Schulsport und Turnstunden abgehalten, untergebracht wurden außerdem Zwangsarbeiterinnen und später Heimatvertriebene. Genutzt wurde der Saal zwischen 1949 und 1976 für die Textilproduktion und bis 1986 von einer Firma aus Neuhausen als Lagerraum. Der Saal befand sich inzwischen in einem sehr schlechten Zustand, er wurde bis 1991 von der Gemeinde für knapp vier Millionen Mark renoviert. Eingebaut wurden unter anderem ein Aufzug und eine stählerne Treppe als zweiter Fluchtweg, außerdem die Treppe im Innern und eine Galerie, die die beiden seitlichen Emporen verbindet. Detailgenau restauriert wurden auch die imposanten Stuckarbeiten im Sängersaal und die Jugendstilmalerei im Ochsensaal. Mehr als zehn Jahre waren dann die Musikschule mit Verwaltung und Übungsräumen und die Öffentliche Katholische Bücherei in diesen Räumen untergebracht. Nach ihrem Umzug ins Bildungszentrum soll der Saal nun wieder für Feste und Kulturveranstaltungen genutzt werden. Die Musikschule behält weiterhin Übungsräume im 1. OG. In diesem Bereich muss der Fußbodenbelag erneuert werden, BM Ingo Hacker: „Die Umnutzung im Ochsensaal erfordert einiges an Umbauarbeiten. Es wird viele versteckte Eingriffe geben, von denen man auf den ersten Blick nicht viel sehen wird.“ Unter anderem muss ein weiterer zweiter Rettungsweg angelegt werden, die Küche des Pächters wird für die Bewirtschaftung des Saals etwas vergrößert und ein breiterer Durchgang zum Lokal geschaffen. Im Untergeschoss wird außerdem eine Toilettenanlage eingebaut und im Erdgeschoss werden zwei Behinderten-WCs untergebracht.

Der Saalbau wird im Inneren komplett renoviert und neu gestrichen, der Fußboden wird erneuert und eine Fußbodenheizung eingebaut. Außerdem könnte möglicherweise unter der Bühne ein Stuhllager entstehen, dort ist bisher die Heizung untergebracht. Im Foyer sollen die WC-Anlagen erneuert und das Herren-WC durch einen kleinen Vorraum erweitert werden. Diese Sanierungsarbeiten sollen im Sommer durchgeführt werden. Offen ist bisher noch, ob in einem zweiten Bauabschnitt im nächsten Jahr eine weitere, größere Toilettenanlage für Frauen und ein Behinderten-WC gebaut wird.

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