30. Oktober 2017

In der Mozartschule werden Pausenengel ausgebildet

„Unser Thema heute: Gefühle“

„Ich habe gelernt, dass Streiten nicht immer was Schlechtes ist, sondern auch gut sein kann. Man kann sich kennenlernen und danach Freundschaft schließen“, erzählte Cornelius. Gemeinsam mit neun anderen Drittklässlern der Mozartschule wird er von den beiden Sozialpädagoginnen Christina Stockhorst und Magdalena Häussler zum Pausenengel ausgebildet. Pausenengel sind seit letztem Jahr auf dem Schulhof der Mozartschule unterwegs. Sie sollen vor allem beobachten und nicht selbst einen Streit schlichten, sondern bei Bedarf Hilfe holen.
Pausenengel machen eine richtige Ausbildung, ein „Praktikum“ und sie werden das ganze Jahr über gut begleitet. Und es gibt eine Kooperation mit den Streitschlichtern an der Friedrich-Schiller-Schule. Natürlich hofft Magdalena Häussler, dass die heutigen Dritt- und Viertklässler später auch Interesse an einer Streitschlichterausbildung an der FSS haben werden. Im vergangenen Schuljahr wurden die ersten Kinder zu Pausenengeln ausgebildet, sie sind heute Viert- und Fünftklässler. Und in diesem Jahr war das Interesse bei den Drittklässlern riesig. Es gab rund 100 Bewerbungen, aus ihnen wurden zehn ausgelost, aus jeder Klasse werden nun ein Junge und ein Mädchen zu Pausenengeln. Die Pausenengel sind in der großen Pause aktiv, aber jedes Kind nur ein- oder maximal zweimal pro Woche. Die Ausbildung ist sehr intensiv und die Kinder bekommen verschiedenste Aufgaben. Auch später werden sie gut begleitet, Fälle können sie besprechen und sie erhalten immer wieder wertvolle Tipps. Unterstützt wird die Aktion der Pausenengel durch die Schulleitung und die Lehrer. „Ohne diese Unterstützung würde es gar nicht gehen“, betonten die beiden Sozialpädagoginnen. Beide sind in der Schulsozialarbeit, Magdalena Häussler an der FSS, Christina Stockhorst an der Mozartschule. Getragen wird die Schulsozialarbeit an beiden Schulen in Neuhausen vom Kreisjugendring, finanziert wird sie von der Gemeinde, vom Kreis und vom Land.
Die Kinder haben den Unterschied gelernt zwischen der eher aggressiven Wolfsprache und der verständnisvollen, ruhigen Giraffensprache. Sie können positive und negative Gefühle klar benennen und wissen jetzt, wie aktives Zuhören geht. Vinzent etwa hat es auch schon mit Erfolg ausprobiert: „Man schaut dem anderen in die Augen und wiederholt, was er gesagt hat.“ Auf die Frage: „Wie tut man dem anderen mit Worten weh?“, haben alle Kinder, Jungs wie Mädchen, klare Antworten: Wenn man ein Schimpfwort sagt, jemanden ausschließt, jemanden bloßstellt, indem man zum Beispiel ein Geheimnis verrät, wenn man über einen anderen bestimmt oder jemanden alleine lässt, wenn er eigentlich Hilfe braucht. „Pausenengel können beobachten, zuhören und beruhigen und mit der Giraffensprache sprechen“, sagte Leja. Und Nathalie weiß: „Wir haben gelernt, wie man Gefühle erkennen und sehen kann, an der Wahl der Wörter, an der Körpersprache und dem Gesichtsausdruck. Und dann kann man einen Streit erkennen und besser lösen.“ Und Mia weiß: „An der Wolfsprache kann man einen Streit sehen und mit der Giraffensprache kann man ihn lösen.“