04. Oktober 2017

Integrationskonzept für Flüchtlinge

Grundlagen des Integrationskonzepts für Flüchtlinge erarbeitet

Etwa 80 Bürgerinnen und Bürger haben sich  am vergangenen Montag beteiligt an einer Ideensammlung zur Integration der Geflüchteten, die jetzt und in Zukunft in Neuhausen wohnen werden. Die frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Integrationsmanagement ist ein Bestandteil der Integrierten Gemeindeentwicklungskonzeption (IGEK), in der die künftige Entwicklung wichtiger Felder wie Wohnen, Verkehr, Schule und Kindergarten vorgezeichnet werden soll. Bürgermeister Ingo Hacker betonte in seiner Begrüßung, dass Neuhausen durch den S-Bahn-Anschluss stärker und schneller wachsen werde als bisher. Die Integration der Flüchtlinge müsse in diesem Zusammenhang eigens betrachtet und gewürdigt werden. Geraldine Guckes, die Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinde, stellte die aktuellen Planungen und Entwicklungen dar. In den kommenden Jahren wird die Zahl der Flüchtlinge, die länger in Neuhausen wohnen werden, weiter steigen, weshalb neue Standorte für Anschlussunterkünfte gefunden und bebaut, sowie die Kapazität bestehender Unterkünfte erweitert werden sollen.
Julie Hoffmann (Arbeiterwohlfahrt), die Leiterin des Sozialdienstes für Flüchtlinge im Landkreis Esslingen, brachte die frohe Botschaft mit, dass in Neuhausen am 1. Januar 2018 eine Integrationsmanagerin die Arbeit aufnehmen wird. Zu den vielfältigen Aufgaben der Integrationsmanagerin wird es gehören, gemeinsam mit den Geflüchteten jeweils einen individuellen Integrationsplan aufzustellen. Das Ziel dabei ist, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und den Flüchtlingen ein selbständiges Leben und die Teilhabe an der Gemeinschaft zu ermöglichen.
An Pinnwänden mit den Themen Wohnen, Arbeit, Freizeit und Alltagsbegleitung notierten die interessierten Bürgerinnen und Bürger Ideen und Vorschläge für das Integrationskonzept, das in den kommenden Monaten erstellt werden soll. In der anschließenden Diskussion, moderiert von Dr. Theo Rombach, wurden diese Vorschläge ergänzt und erweitert. Dabei wurde auch Kritik an der Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Rathaus laut und moniert, dass zu spät für eine angemessene Unterbringung der Geflüchteten gesorgt worden sei. Dem hielt die Rathausspitze entgegen, dass Genehmigungsverfahren und Nachbarschaftseinsprüche die Baumaßnahmen verzögert hätten.
Das IGEK-Kapitel zur Integration wird jetzt auf der Grundlage der Ideen aus der Bürgerschaft, der Erfahrungen andernorts, gemeinsam mit Experten und interessierten Bürgern ausgearbeitet und dann nochmals vorgestellt, ehe sich der Gemeinderat damit befasst.