21. Juli 2017

Unsere Bierwecketse

Ein Fest für alle

Drei Tage Party auf dem Schlossplatz – bei der 16. Bierwecketse feierten wieder alle Generationen miteinander Von Elke Eberle „Kein Regen, eine supertolle Stimmung und dass alles friedlich verläuft“, wünschte sich der ANV-Vorsitzende Hans Bayer für die 16. Bierwecketse auf dem Schlossplatz in Neuhausen. Ganz ohne Regen ging es zwar nicht, die anderen beiden Wünsche gingen aber in Erfüllung. Von Freitagnachmittag bis zum frühen Sonntagabend feierte ganz Neuhausen nach dem Motto „Von Neuhäusern für Neuhäuser“. Seit fast 40 Jahren gibt es die Bierwecketse in Neuhausen. Das Fest, bei dem verschiedene Vereine gemeinsam zeigen, was entstehen kann, wenn viele anpacken und an einem Strang ziehen. Die Bierwecketse findet in der Regel alle zwei Jahre statt, organisiert wird sie von der Arbeitsgemeinschaft Neuhausener Vereine (ANV). Der Bierwecken ist nicht nur ein köstliches Gebäck, vor 50 Jahren gründete sich auch eine Fasnetsgruppe mit diesem Namen. Seit Jahren ist der traditionelle Fassanstich zur Eröffnung des Festes am Freitag um 18 Uhr. Und seit mehreren Jahren ist auch eine Delegation aus der Partnerstadt Péronnas in Frankreich mit dabei und unterstützt die Akteure auf der Bühne. In diesem Jahr wie in den vergangenen Jahren waren das Bürgermeister Christian Chanel und Jaqueline Curial, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees. „Es ist unsere Aufgabe, auch in Zeiten des Terrorismus unsere Freundschaft und den Gedanken von Europa zu pflegen und leben. Und es ist uns immer eine Freude, mit unseren Freunden zu feiern“, sagte Curial. Die Gäste aus Péronnas haben extra einen Kühlwagen voll wohlschmeckendem Käse aus Frankreich und Wein mitgebracht. Den verkauften sie wie in den Jahren zuvor gemeinsam am Stand des Männergesangvereins. Das kulinarische Angebot war absolut vielseitig und jeder Verein hat seine Spezialitäten. Es reichte vom Spießbraten über den Steckerlfisch bis zu echt ungarischem Langos. Zum dritten Mal war das Jugendzentrum Penthaus mit einem eigenen Stand dabei, den Erlös investieren die Jugendlichen in Hundefutter und leiten es weiter an die Tierherberge Donzdorf. Bei der letzten Bierwecketse haben sie Geld für vier Tonnen Futter erwirtschaftet. Am Samstagabend war Ingmar Bayer, ein Ehrenamtlicher vom Penthaus überzeugt, dass sie diese Größenordnung auch dieses Jahr erreichen werden, „zumal alles von uns selbst gemacht ist und superlecker schmeckt“. Das Jugendhaus hatte auch eine Kinder- und Jugenddisco vor Ort organisiert und der Förderverein Zukunft für Kinder sorgte mit einer Spielstraße für Kurzweil bei den Jüngsten. Die anderen Erlöse fließen direkt in die Vereinskassen, ein Großteil des Geldes wird in die Jugendarbeit investiert. Wie einzigartig die in den Vereinen ist, zeigte auch gleich das Programm. Das hatte wieder einmal Uschi Haid, die stellvertretende Vorsitzende der ANV mit viel Fingerspitzengefühl organisiert. Es reichte von Vorführungen im Kunstradfahren über witzige akrobatische Übungen und die Aufführung frecher Kinderlieder, bis hin zu Auftritten von Deutschen Meisterinnen, Württembergischen Meisterinnen und Vizemeisterinnen in verschiedenen Tanzdisziplinen und vielen Nachwuchstalenten im Tanz. Am frühen Samstagabend waren gleich alle Garden des Narrenbundes gemeinsam auf der Bühne und die Mädels brachten den Tanzboden so richtig in Schwingungen. Natürlich gab es auch viel Musik, zum Auftakt vom Spielmannszug der Bürgergarde, später vom Musikverein Neuhausen und vom befreundeten Musikverein aus dem österreichischen Niedernsill, von der Guggenmusik Bruggaklopfer, den Flägga Bätschern und der Partyband Red Chuckz. Til Odenwald, Prokurist bei Dinkelacker-Schwabenbräu assistierte beim Fassanstich, „hier ist das Besondere, dass Vereine und Bürger selbst alles organisieren, das ist klasse und außergewöhnlich“, sagte er. Ein großes Team von 15 ehrenamtlichen Helfern hatte sich um den ANV-Vorsitzenden Hans Bayer geschart, sie haben gemeinsam die Bierwecketse vorbereitet, insgesamt wurden von allen Helfern mehr als 5000 Arbeitsstunden investiert. Denn in verschiedenen Schichten waren jeweils rund 150 Helfer vor Ort. Beim Aufbau am Donnerstag brachte der starke Regen den Zeitplan etwas durcheinander, aber pünktlich zum Fest war alles fertig. „Jetzt bin ich froh, dass es anfängt“, sagte Bayer kurz vor dem Fassanstich, dann war es soweit: Nach drei Salutschüssen der Bürgergarde brauchte es grade mal drei Schläge der beiden Bürgermeister Ingo Hacker und Christian Chanel und das entspannte und friedliche Fest konnte beginnen.